Validierungsregeln #
Validierungsregeln (kurz VR) sind ein zentrales Qualitäts- und Kontrollinstrument in PCPx.
Sie dienen dazu, die inhaltliche Korrektheit, Konsistenz und Vollständigkeit von Projekten automatisiert zu überprüfen.
Mit Validierungsregeln stellen Sie sicher, dass definierte Standards eingehalten werden und Projektverantwortliche frühzeitig auf Unstimmigkeiten hingewiesen werden.
1. Was sind Validierungsregeln? #
Validierungsregeln sind vordefinierte Prüfregeln, die auf Projektobjekte angewendet werden.
Sie überprüfen fachliche und logische Zusammenhänge innerhalb eines Projektes.
Typische Fragestellungen sind zum Beispiel:
- Sind Datumslogiken korrekt?
- Sind Abhängigkeiten vollständig definiert?
- Sind Status und Inhalte konsistent?
- Fehlen Pflichtinformationen?
Beispiel #
„Das Eckpunktdatum ist größer als das Datum des Nachfolger-Eckpunktes.“
Diese Regel erkennt automatisch inkonsistente Terminfolgen innerhalb eines Projekte
2. Welche Objekte werden geprüft? #
Validierungsregeln prüfen inhaltliche Regeln auf Projektobjekten, unter anderem:
- Eckpunkte
- Qualitätstore
- Phasen
- Beziehungen zwischen Objekten
- Status- und Datumslogiken
Es handelt sich dabei nicht um technische Prüfungen, sondern um fachliche Qualitätsregeln.
3. Validierungstypen (Aktionen) #
Jede Validierungsregel ist einer Aktion zugeordnet. Diese bestimmt, wie kritisch ein Verstoß bewertet wird:
3.1 Fehler #
- Kritische Regelverletzung
- Sollte zwingend korrigiert werden
- Signalisiert einen klaren Regelverstoß
3.2 Warnung #
- Hinweis auf potenzielles Problem
- Projekt ist formal noch korrekt, aber auffällig
3.3 Information #
- Rein informativer Hinweis
- Unterstützt Transparenz und Kontrolle
Diese Abstufung ermöglicht es, Regeln gezielt zur Steuerung von Standards einzusetzen.
4. Anzeige der Validierungsergebnisse #
Validierungsregeln werden über das Validierungsmodul ausgewertet.
Dort sehen Sie übersichtlich:
- Anzahl der Fehler
- Anzahl der Warnungen
- Anzahl der Informationen
- Betroffenes Objekt
- Auslösende Validierungsregel
So erhalten Projektleiter und Projektteams eine klare Übersicht, wo Handlungsbedarf besteht.
5. Globale vs. projektbezogene Validierungsregeln #
PCPx unterscheidet zwei Ebenen von Validierungsregeln:
5.1 Globale Validierungsregeln (Systemebene) #
- Werden in den Systemeinstellungen definiert
- Gelten automatisch für alle Projekte
- Können auf Projektebene nicht deaktiviert werden
- Stellen organisationsweite Standards sicher
Diese Regeln bilden das verbindliche Regelwerk Ihrer Organisation.
5.2 Projektbezogene Validierungsregeln (Projektebene) #
- Werden direkt im Projekt definiert
- Ergänzen die globalen Regeln
- Sind projektspezifisch einsetzbar
- Können flexibel an Projektanforderungen angepasst werden
Wichtig:
Globale Validierungsregeln sind immer übergeordnet.
Sie werden auch dann angewendet, wenn projektspezifische Regeln existieren.
6. Zusammenspiel der Ebenen #
| Ebene | Gültigkeit | Abschaltbar |
|---|---|---|
| Globale Validierungsregeln | Alle Projekte | ❌ Nein |
| Projekt-Validierungsregeln | Einzelnes Projekt | ✅ Ja |
Dieses Modell ermöglicht:
- Einheitliche Mindeststandards
- Gleichzeitig projektspezifische Flexibilität
7. Typische Validierungsregeln (Auswahl) #
Beispiele für verfügbare Validierungsregeln:
- Eckpunkt ohne Nachfolgerbeziehung zu einem anderen Eckpunkt
- Eckpunkt ohne Bezug zu einem Qualitätstor
- Eckpunkt mit Status „Offen“ und Enddatum kleiner als heute
- Das Eckpunktdatum ist größer als das Datum des Nachfolger-Eckpunktes
- Das Eckpunktdatum ist größer als das Datum des verbundenen Qualitätstors
- Eckpunkt hat kein Startdatum
- Der Eckpunkt ist keiner Phase zugeordnet
- Das Datum des Eckpunktes ist größer als die zugewiesene Phase
- Eckpunkt mit Status „Geschlossen“ und offenen Unterpunkten
- Eckpunkt-Nummer ist nicht eindeutig
- Qualitätstor mit Enddatum kleiner als heute und Status „Offen“
Diese Regeln decken typische Planungs- und Strukturfehler ab.
8. Wo kommen Validierungsregeln zum Einsatz? #
Validierungsregeln werden eingesetzt, um:
- die Qualität von Projekten dauerhaft hochzuhalten
- Standards organisationseinheitlich durchzusetzen
- Projektleiter frühzeitig auf Fehler hinzuweisen
- manuelle Kontrollen zu reduzieren
- Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu erhöhen
Sie wirken dabei als Qualitätssicherung in Echtzeit.
9. Nutzen für die Organisation #
Durch den Einsatz von Validierungsregeln profitieren Organisationen von:
- Einheitlichen Projektstandards
- Höherer Datenqualität
- Weniger Planungsfehlern
- Klaren Hinweisen statt impliziter Annahmen
- Besser vergleichbaren Projekten
Projektleiter erkennen sofort, wenn etwas nicht passt, und können gezielt reagieren.
10. Zusammenfassung #
Validierungsregeln in PCPx sind ein zentrales Werkzeug zur Qualitätssicherung:
- Automatisierte fachliche Prüfungen
- Klare Unterscheidung in Fehler, Warnung und Information
- Globale Regeln für verbindliche Standards
- Projektregeln für individuelle Anforderungen
- Transparente Darstellung aller Regelverstöße
Damit unterstützen Validierungsregeln aktiv die Einhaltung von Standards und erhöhen nachhaltig die Projektqualität.
11. Globale Validierungsregeln anlegen #
Globale Validierungsregeln werden zentral in den Systemeinstellungen von PCPx definiert und gelten automatisch für alle Projekte der Organisation.
Vorgehen #
- Öffnen Sie PCPx
- Navigieren Sie zu Systeminstellungen → Validierungsregeln
- Klicken Sie auf „Neu“
- Wählen Sie die gewünschte Validierungsregel aus der Liste
- Legen Sie die Aktion fest:
- Fehler
- Warnung
- Information
- Speichern Sie die Regel
Nach dem Speichern ist die Validierungsregel sofort aktiv und wird auf alle bestehenden und zukünftigen Projekte angewendet.
Hinweis:
Globale Validierungsregeln sind verbindlich und können auf Projektebene nicht deaktiviert oder überschrieben werden. Sie definieren den Mindeststandard der Organisation.
12. Projektspezifische Validierungsregeln anlegen #
Neben den globalen Regeln können zusätzlich projektspezifische Validierungsregeln definiert werden. Diese dienen dazu, besondere Anforderungen oder projektspezifische Standards abzubilden.
Vorgehen #
- Öffnen Sie das gewünschte Projekt
- Wechseln Sie zu Projekteinstellungen
- Öffnen Sie den Bereich Validierungsregeln
- Klicken Sie auf „Neu“
- Wählen Sie die gewünschte Validierungsregel
- Definieren Sie die Aktion (Fehler, Warnung oder Information)
- Speichern Sie die Regel
Die Regel wird ab sofort nur für dieses Projekt angewendet.
Wichtig:
Projektspezifische Validierungsregeln ergänzen die globalen Regeln, ersetzen sie jedoch nicht.
Globale Validierungsregeln werden immer zusätzlich ausgeführt und haben Vorrang.